Szenische Bilder des Verfalls, die zugleich Anmut und Lebendigkeit verströmen.
Das Werk der Berliner Künstlerin Kathrin Linkersdorff (*1966) ist geprägt von der Auseinandersetzung mit japanischer Tuschemalerei und der Philosophie des Wabi-Sabi. Sie beobachtet die Transformationsprozesse von Blumen und Pflanzen und entwickelt Experimente, um Zustände zwischen Sein und Vergehen sichtbar zu machen. Mittels chemischer Verfahren entzieht sie Blüten ihre Pigmente und führt diese teils später wieder mit den gebleichten Strukturen zusammen. So entstehen szenische Bilder des Verfalls, die zugleich Anmut und Lebendigkeit verströmen.
Die Serie „Floriszenzen" untersucht die Transformation getrockneter Tulpen beim erneuten Kontakt mit Flüssigkeit. Für die Serie „Fairies" verwandelte Kathrin Linkersdorff ihr Atelier in ein Labor und legte durch chemische Prozesse die fragile Faserstruktur getrockneter Tulpen frei, integrierte die extrahierten Farbpigmente später erneut als Tinte, sodass
die Fotografien einen poetischen Kreislauf von Verletzlichkeit und Lebendigkeit dokumentieren. Ihr Interesse an organischen Pigmenten führte sie mit der Serie „Microverse III" zuletzt in die Mikrobiologie, wo sie das Verhalten von Bakterien und deren farbige Antibiotika untersuchte.
Ihre Arbeiten waren u. a. im Museum Deichtorhallen Hamburg (PHOXXI) und der Yossi Milo Gallery (2023), der Sanji Gallery, Seoul (2024), in der Saatchi Gallery und der Purdy Hicks Gallery, London, im Stadthaus Ulm und im Haus am Kleistpark, Berlin (2025), in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen.

