Tamiko Thiel schafft immersive digitale Welten, in denen Technologie das Medium für ökologische Kritik und gesellschaftliche Reflexion ist.
Tamiko Thiel (*1957) ist eine international agierende Medienkünstlerin, deren Arbeit seit den 1980er Jahren an den Schnittstellen von Kunst, Technologie, Politik und Ökologie angesiedelt ist. Geboren in Kalifornien und ausgebildet an der Stanford University und am MIT, verbindet sie ingenieurwissenschaftliche Präzision mit einer konsequent konzeptuellen
künstlerischen Praxis. Technologie dient ihr dabei nicht als Spektakel, sondern als Reflexionsmedium für gesellschaftliche, historische und ökologische Zusammenhänge.
Ihr Werk umfasst Virtual und Augmented Reality, Videoinstallationen, algorithmische Bildprozesse, 3D-Modelle sowie zunehmend KI-basierte Arbeiten.
Zentrale Themen sind digitale Räume, Erinnerung, Identität und Umwelt, häufig verhandelt
anhand realer und virtueller, politisch oder ökologisch aufgeladener Orte.
Vor ihrer künstlerischen Laufbahn war Thiel leitende Produktdesignerin der „Connection Machine CM-1/CM-2" bei Thinking Machines Corp - einem der leistungsstärksten KI-Supercomputer der 1980er-Jahre, dessen ikonische, skulpturale Form
die Ästhetik früher KI-Technologien prägte und selbst Steve Jobs inspirierte.
In den AR-Arbeiten „Plastocene Dreams" und „Plastocene Reef" untersucht sie das "Plastozän", ein von ihr geprägtes Zeitalter, in dem Plastik zur neuen Natur geworden ist. Thiels immersive Projekte verbinden ästhetische Erfahrung mit klarer ökologischer Kritik und rufen zu bewusstem Handeln auf.
Tamiko Thiels Werke und Videoarbeiten waren zuletzt im
MUDAM, Luxemburg, im Ludwig Museum Budapest (2024) sowie in der SIGGRAPH Art Gallery, Vancouver, der Kunsthalle Wien und der Eres Stiftung, München (2025), ausgestellt.

